
Kronen Zeitung
HARNIK KRITISIERT
Boniface? „Er hat fit und fett verwechselt“
Der Fitnesszustand von Victor Boniface sorgt in Bremen weiter für Wirbel! Ex-Werder-Profi Martin Harnik findet deutliche Worte. „Wenn ich ins Mannschaftstraining einsteige, dann muss ich so fit wie möglich sein und er hat fit und fett verwechselt“, so der 68-fache Ex-ÖFB-Kicker.
„Wir wussten, in welcher Verfassung er sich befindet. Er muss jetzt an seinem Fitness-Zustand arbeiten, und wir helfen ihm dabei. Da ist aber vor allem Victor in der Pflicht“, reagierte Werder-Boss Peter Niemeyer gegenüber der „Bild“ auf die erschreckenden Bilder von Boniface, der seit seiner Knie-OP (Knorpelschaden) vor drei Monaten wieder ins Training eingestiegen ist. Dabei habe er wohl „eine hohe einstellige Kilozahl zu viel auf den Rippen hat“, schrieb die „Bild“.
Der Double-Sieger von 2024 war im Sommer 2025 auf Leihbasis von Bayer 04 Leverkusen zu Werder Bremen gewechselt. Ein Deal, der nicht wie erhofft aufging. Boniface’ Marktwert fiel von rund 40 Millionen auf aktuell etwa fünf Millionen Euro.
Der 68-fache Ex-ÖFB-Star und ehemalige Werder-Profi Martin Harnik sparte im Podcast „Flatterball“ gemeinsam mit Max Kruse nicht mit Kritik. Harnik stand von 2006 bis 2009 (Jugend/Profis) sowie von 2018 bis 2020 (nach einer Leihe an den HSV in der Saison 2019/20) bei Werder Bremen unter Vertrag.
„Er schiebt da schon einen ganz guten Kanister vor sich her“, so Harnik. „Er kommt super unfit aus dieser Verletzung zurück – das ist unprofessionell. Wenn er ernsthaft weiter Fußball spielen will, dann muss er Gewicht runterkriegen, um auch seine Knie zu entlasten. Auch Muskelmasse ist da nicht hilfreich. Das geht so nicht.“
Und weiter: „Wenn ich ins Mannschaftstraining einsteige, dann muss ich so fit wie möglich sein und er hat fit und fett verwechselt.“
Trainer bleibt moderat
Werder-Coach Daniel Thioune wählte hingegen ruhigere Worte. „Natürlich lässt sich nicht wegdiskutieren, dass vielleicht das eine oder andere Gramm zu viel da ist.“
Aber: „Wir sollten nicht den Fehler machen, ihn auf das zu reduzieren, was wir sehen, sondern wir sollten hervorheben, dass er die Bereitschaft signalisiert hat, wieder für uns Fußball spielen zu wollen.“
Kruse zeigt Verständnis
Max Kruse äußerte sich im Podcast verständnisvoll. „Ich muss ganz vorsichtig mit meinen Aussagen sein, denn wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.“ Der Ex-Stürmer weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, nach einer Pause wieder in Form zu kommen: „Nicht, dass es gut ist, aber ich kann ein bisschen nachvollziehen, wie man in dieser Sache denkt.“
„Sehr schade“
Überrascht zeigte sich Kruse vor allem vom Alter des Angreifers. „25? Das ist schon hart. Eigentlich hat er seine beste Zeit noch vor sich. Das ist sehr schade, weil er eigentlich ein sehr talentierter Stürmer ist, der das Potenzial hatte, um einer der besten Stürmer Europas zu sein.“
Zur Erinnerung: In 61 Pflichtspielen für Bayer Leverkusen erzielte Boniface 32 Treffer und steuerte 12 Vorlagen bei und war einer der Leistungsträger in der Double-Saison.
In Bremen bleibt jedenfalls die Hoffnung, dass Boniface sportlich noch die Kurve kriegt.
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Bild: ServusTV/Philipp Carl Riedl
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